13 April 2026, 04:18

64 Milliarden Euro ohne Ausschreibung: Wie das Verteidigungsministerium geheime Rüstungsdeals abschließt

Organigramm der United States Air Force mit dem Verteidigungsminister an der Spitze, das die Zweige und ihre Rollen durch Pfeile verbindet.

64 Milliarden Euro ohne Ausschreibung: Wie das Verteidigungsministerium geheime Rüstungsdeals abschließt

Eine aktuelle Untersuchung des Recherchezentrums CORRECTIV hat mehr als 40 Verträge ohne Ausschreibungsverfahren im Verteidigungshaushalt mit einem Volumen von über 64 Milliarden Euro aufgedeckt. Die Erkenntnisse werfen Fragen zur Transparenz bei der militärischen Beschaffung in Deutschland auf. Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) verweigert unterdessen die Herausgabe zentraler Dokumente zu diesen Geschäften.

Der Streit begann im Januar, als CORRECTIV einen Antrag auf Informationsfreiheit stellte. Die Organisation forderte Chat-Protokolle zwischen Ministeriumsvertretern und Rüstungsindustrie-Managern an. Das BMVg bestätigte zwar die Existenz dieser Kommunikation, blockierte jedoch deren Veröffentlichung mit der Begründung, die Offenlegung könnte die militärische Sicherheit gefährden.

Laut Ministerium könnte der öffentliche Zugang zu den Unterlagen die Fähigkeiten und Einsatzbereitschaft der Bundeswehr preisgeben. Beamte argumentierten zudem, dass die Enthüllung von Details beteiligte Unternehmen oder Personen anfällig für Spionage oder Sabotage machen könnte. Die Weigerung erfolgte vor dem Hintergrund einer verstärkten Prüfung der deutschen Rüstungsausgaben und Beschaffungspraktiken.

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Die Untersuchung ergab, dass die Bundesregierung die Regeln für Direktvergaben vereinfacht hatte. Diese Änderung ermöglichte es dem Verteidigungsministerium, bei großen Aufträgen auf wettbewerbliche Ausschreibungen zu verzichten. Darüber hinaus nahm die Bundesregierung die Verteidigungsausgaben für 2025 von der Schuldenbremse aus – und hob damit die finanziellen Grenzen für Rüstungskäufe auf.

CORRECTIV hat inzwischen Widerspruch eingelegt und dringt auf teilweise Transparenz. Die Organisation besteht darauf, dass trotz der Sicherheitsbedenken des Ministeriums zumindest einige Details öffentlich gemacht werden müssten.

Die Weigerung des BMVg, die Dokumente freizugeben, hält das volle Ausmaß der Verträge ohne Ausschreibung weiterhin unter Verschluss. Die Ausnahme von der Schuldenbremse erweitert zudem die Ausgabenspielräume des Ministeriums ohne wettbewerbliche Kontrolle. Das Ergebnis des Widerspruchsverfahrens von CORRECTIV wird entscheiden, ob überhaupt Einblicke in diese Deals möglich werden.

Quelle