Kik schließt Hunderte Filialen und bekommt neuen Chef im Juni
Textildiscounter Kik steht vor tiefgreifenden Veränderungen und plant die Schließung hunderter Filialen in ganz Europa. Zudem hat das Unternehmen mit Ulrich Hanfeld einen neuen Vorstandsvorsitzenden benannt, der sein Amt im Juni antreten wird. Die Umbrüche folgen auf monatelange Führungswechsel und Umstrukturierungen.
Die Probleme bei Kik begannen im September vergangenen Jahres, als der damalige CEO Patrick Zahn das Unternehmen nach Konflikten mit dem Eigentümer Tengelmann verließ. Zuvor hatten bereits Finanzvorstand Rüdiger Hartmann und Betriebsleiter Dirk Ankenbrand das Unternehmen verlassen. Christian Kümmer, der zuvor als CFO vom Haustierfachhändler Fressnapf zu Kik gewechselt war, übernahm daraufhin kommissarisch die Geschäftsführung.
Der Textildiscounter will nun bis Ende 2026 rund 300 Standorte schließen, was einer Reduzierung des Filialnetzes um 225 Geschäfte entspricht. Allein in Deutschland sollen 135 Filialen dichtmachen, wodurch etwa 2.200 Arbeitsplätze betroffen sein werden. Trotz der Umstrukturierung wies Jela Götting, Managerin bei Tengelmann, Spekulationen über einen bevorstehenden Verkauf von Kik zurück.
Ulrich Hanfeld wird Kümmer im kommenden Monat als CEO ablösen. Mit über sechs Jahren Erfahrung an der Spitze von NKD – einem direkten Konkurrenten von Kik – bringt er umfassende Kenntnisse im Discount-Modebereich mit. Vor seiner Zeit bei NKD arbeitete er fast ein Jahrzehnt lang für die japanische Tochter des Otto-Konzerns in Tokio. Ein Branchenkenner bezeichnete ihn als einen begnadeten Verkäufer und deutet damit an, dass Hanfeld den Fokus auf die Wiederbelebung der wirtschaftlichen Performance von Kik legen wird.
Die Führungswechsel und Filialschließungen markieren eine deutliche Wende für Kik. Während das Unternehmen seine Präsenz in Europa verringert und Verkaufsgerüchte dementiert, steht der neue CEO vor der Herausforderung, das Unternehmen nach einer Phase der Turbulenzen zu stabilisieren.






