15 March 2026, 06:21

Apothekenversorgung in Deutschland bleibt stabil – doch ländliche Regionen kämpfen

Ein detaillierter alter Stadtplan von Birkholz, Deutschland, mit Text, der einen umfassenden Überblick über das Gebiet bietet.

Apothekenversorgung in Deutschland bleibt stabil – doch ländliche Regionen kämpfen

Apothekenversorgung in Deutschland bleibt trotz leichter Rückgänge stabil

Trotz eines leichten Rückgangs in den vergangenen Jahren ist die Erreichbarkeit von Apotheken in Deutschland weiterhin gut. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass fast alle Bürgerinnen und Bürger eine Apotheke nach wie vor schnell mit dem Auto erreichen können. Dennoch gibt es in einigen Regionen Schließungen, was Fragen zur künftigen Versorgung aufwirft.

Im Jahr 2025 konnten 99,9 Prozent der Deutschen eine Apotheke innerhalb von 15 Minuten mit dem Auto erreichen – ein minimaler Rückgang um 0,6 Prozentpunkte seit 2020. Zu Fuß lag der Anteil derer, die eine Apotheke in fünf Minuten erreichen konnten, bei 5,3 Prozent, ein Rückgang um 0,7 Prozentpunkte im gleichen Zeitraum.

Gleichzeitig hat die Zahl der Menschen zugenommen, die eine Apotheke nur schwer zu Fuß erreichen können. Rund 1,7 Millionen Menschen (2 Prozent der Bevölkerung) leben mittlerweile mehr als 15 Minuten Fußweg von der nächsten Apotheke entfernt – ein Anstieg um 1,7 Millionen seit 2020. Für Autofahrer gilt: 73.000 Personen (0,1 Prozent der Bevölkerung) benötigen mindestens 15 Minuten Fahrzeit, 10.000 mehr als noch 2020.

Die meisten Arztpraxen haben weiterhin eine Apotheke in der Nähe. Fast zwei Drittel liegen innerhalb eines 10-minütigen Fußwegs, und über 90 Prozent sind mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger erreichbar. Allerdings finden Schließungen vor allem in Gebieten mit einer hohen Apothekendichte statt, was auf wettbewerbsbedingte Gründe hindeutet.

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland betonen, dass die Arzneimittelversorgung insgesamt kaum beeinträchtigt sei. Die Barmer, einer der größten Krankenversicherer des Landes, wertete eigene Daten aus, während der GKV-Spitzenverband eine Studie beim Iges-Institut in Auftrag gab. Beide kommen zu dem Schluss, dass die Apothekenversorgung weitgehend stabil bleibt.

Um mögliche Versorgungslücken zu schließen, schlägt der GKV-Spitzenverband Reformen vor. Dazu gehören angepasste Vergütungssätze: niedrigere Festbeträge für Apotheken mit hohem Umsatz und höhere Sätze für solche mit weniger Kunden. Ziel ist es, die flächendeckende Versorgung zu sichern – insbesondere in weniger wettbewerbsintensiven Regionen.

Obwohl Apotheken-Schließungen klaren strukturellen Mustern folgen, haben die meisten Menschen in Deutschland weiterhin schnellen Zugang zu Medikamenten. Die geplanten Reformen sollen den Wettbewerb ausbalancieren und die Versorgung im gesamten Land gewährleisten. Bisher sind die Auswirkungen auf die öffentliche Erreichbarkeit begrenzt, doch in ländlichen und unterversorgten Gebieten nehmen die Herausforderungen zu.

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