16 March 2026, 06:18

Pharmazie-Fonds wächst kräftig – doch seine Zukunft ist ungewiss

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, das '19 Millionen Amerikaner werden geschätzte 400 USD pro Jahr an Arzneikosten sparen' lautet.

Pharmazie-Fonds wächst kräftig – doch seine Zukunft ist ungewiss

Der Pharmazie-Dienstleistungsfonds (pDL) verzeichnet im dritten Quartal ein kräftiges finanzielles Wachstum – trotz gestiegener Abrechnungsleistungen. Die Einnahmen lagen deutlich über den Ausgaben, sodass nach Abzug der Verwaltungskosten über 548 Millionen Euro verbleiben. Gleichzeitig expandierten die Patientenförderprogramme des Fonds deutlich, darunter Beratungen bei Polymedikation und Schulungen zur korrekten Inhalatornutzung.

Im dritten Quartal schüttete der pDL 11,3 Millionen Euro aus – ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorquartal und ein Anstieg um 55 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt reichten 8.777 Apotheken Abrechnungen ein, leicht mehr als im zweiten Quartal.

Besonders stark wuchs das Angebot an Patientendienstleistungen: Die erweiterte Polymedikationsberatung erreichte 78.949 Patienten, die fünf oder mehr Medikamente einnehmen – ein Zuwachs von 69 Prozent im Jahresvergleich und 21 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Schulungen zur Inhalatornutzung nutzten 91.274 Patienten ( 18 Prozent zum Vorjahr), allerdings ging die Zahl im Vergleich zum zweiten Quartal um 16 Prozent zurück. Standardisierte Risikobewertungen bei Bluthochdruck wurden 44.527-mal durchgeführt (43 Prozent mehr als im Vorjahr, 13 Prozent zum Vorquartal).

Die finanzielle Lage des pDL bleibt solide: Allein im Berichtsquartal flossen fast 35 Millionen Euro in den Fonds. Unklar ist jedoch, wie sich die Mittel aus dem Notfall- und Nachtdienst-Apotheken-Fonds für Inhalatorschulungen und Polymedikationsberatungen seit Einführung der Reformmaßnahmen entwickelt haben.

Künftig plant das Bundesgesundheitsministerium (BMG), den pDL im Rahmen der Apothekenreform aufzulösen. Die bisherige 20-Cent-Abgabe pro Packung, die den Fonds finanziert, soll stattdessen in die Notfallversorgung der Apotheken fließen.

Die aktuellen Zahlen des pDL zeigen sowohl finanzielle Stärke als auch eine wachsende Nachfrage nach Patientendienstleistungen. Mit über 548 Millionen Euro verfügbaren Mitteln bleibt der Fonds eine zentrale Säule der Apothekenförderung. Doch seine Zukunft ist ungewiss, da das BMG die Umverteilung der Gelder vorantreibt.

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