Arbeitsschutz in Sachsen-Anhalt kollabiert: Kontrollen halbiert – wer schützt die Beschäftigten?
Admin UserArbeitsschutz in Sachsen-Anhalt kollabiert: Kontrollen halbiert – wer schützt die Beschäftigten?
Arbeitsschutz in Sachsen-Anhalt gerät zunehmend in die Kritik – Kontrollen brechen dramatisch ein
Die Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten in Sachsen-Anhalt steht vor wachsender Kritik, nachdem die Kontrollen stark zurückgegangen sind. Zollprüfungen haben sich auf weniger als die Hälfte des Niveaus von 2022 reduziert, wodurch viele Beschäftigte schutzlos zurückbleiben. Der Linken-Abgeordnete David Schliesing fordert nun dringend Maßnahmen gegen Lohnverstöße und Personalmangel in den Behörden.
Das Ausmaß der Kürzungen bei den Kontrollen gibt Anlass zur Sorge. Noch 2022 führte die Zollverwaltung Sachsen-Anhalts im Rahmen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) 1.598 Betriebsprüfungen durch. Bis 2025 sank diese Zahl auf nur noch 691. Insgesamt arbeiten die Zollbehörden damit nur noch mit 42,4 Prozent ihrer Kapazität von 2022.
Für Unternehmen ist die Wahrscheinlichkeit, überprüft zu werden, drastisch gesunken. Ein durchschnittlicher Betrieb in der Region muss statistisch nur noch alle 90 Jahre mit einer Zollkontrolle rechnen. In der Landwirtschaft ist die Situation noch extremer: Bauernhöfe werden im Schnitt nur alle 234 Jahre kontrolliert.
Lohnprobleme bleiben weit verbreitet. Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland liegt derzeit bei 13,90 Euro und steigt 2027 auf 14,60 Euro. Doch in Sachsen-Anhalt verdienen 23,3 Prozent aller Beschäftigten weniger als 15 Euro pro Stunde. Besonders prekär ist die Lage in nicht tarifgebundenen Betrieben, wo 35 Prozent der Mitarbeiter unter dieser Grenze liegen.
Der Rückgang der Überwachung fällt mit einem schrumpfenden Wirtschaftsraum zusammen. Die Zahl der registrierten Unternehmen sank von 65.738 im Jahr 2022 auf 62.211 im Jahr 2025.
Schliesings Forderungen nach speziellen Staatsanwälten und zusätzlichem Zollpersonal unterstreichen die Überlastung der Arbeitsmarktaufsicht. Angesichts seltener werdender Kontrollen und anhaltend niedriger Löhne steht die Belegschaft in Sachsen-Anhalt vor einer unsicheren Zukunft. Die wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen der Region zeigen keine Anzeichen einer baldigen Besserung.






