24 April 2026, 22:15

Bidirektionales Laden: Wie Autohersteller mit Batterierisiken und Netzregeln umgehen

Liniengraph, der den Anstieg der Verkäufe von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen in Australien zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bidirektionales Laden: Wie Autohersteller mit Batterierisiken und Netzregeln umgehen

Automobilhersteller gehen beim bidirektionalen Laden von Elektrofahrzeugen unterschiedliche Wege. Während einige strenge Grenzen setzen, konzentrieren sich andere darauf, die Energieflüsse schonend zu steuern. Neue Studien zeigen zudem, wie sich diese Technologie langfristig auf die Lebensdauer der Batterien auswirken könnte.

Der Wandel vollzieht sich zu einem Zeitpunkt, an dem deutsche Netzbetreiber mehr Kontrolle über die Leistung von Wallboxen in Spitzenlastzeiten erhalten. Seit Anfang 2024 dürfen sie die Ladeleistung neuer Wallboxen bei hohem Strombedarf auf 4,2 Kilowatt drosseln. Diese Regelung fällt zusammen mit einem wachsenden Interesse am bidirektionalen Laden, das es Elektroautos ermöglicht, Energie zurück ins Netz zu speisen.

Die Hersteller reagieren unterschiedlich auf diese Entwicklung. Volkswagen und Ford haben feste Obergrenzen eingeführt, wie viel Energie übertragen werden darf und über welchen Zeitraum. Mercedes-Benz verzichtet hingegen auf starre Limits und setzt stattdessen auf eine präzise Steuerung der Energieflüsse, um die Belastung der Batterie zu minimieren.

Eine Studie der RWTH Aachen deutet darauf hin, dass bidirektionales Laden die Alterung der Batterien über ein Jahrzehnt hinweg um 1,5 bis 6 Prozent beschleunigen könnte. Hauptgrund ist die höhere Zahl der Ladezyklen, die den Verschleiß vorantreibt. Florian Ringbeck, Forscher an der RWTH Aachen, betonte jedoch, dass häufige Unterbrechungen während des Ladevorgangs kein großes Risiko für die Batterielebensdauer darstellen.

Dynamische Stromtarife, die sich am Bedarf orientieren, fördern das Laden in günstigeren Schwachlastzeiten. Intelligente Energiemanagementsysteme können den Ladevorgang automatisch starten oder stoppen, je nach Preissignal. Doch Robin Zalwert vom TÜV-Verband warnte, dass ein häufiger vollgeladener Akku – bedingt durch diese Tarife – die Alterung ebenfalls beschleunigen könnte.

BMW hat Kunden darauf hingewiesen, dass die Nutzung des bidirektionalen Ladens Auswirkungen auf die Fahrzeuggarantie haben könnte. Das Unternehmen nannte keine konkreten Bedingungen, signalisierte aber mögliche Risiken für Nutzer der Technologie.

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Bidirektionales Laden bietet zwar finanzielle Vorteile durch dynamische Tarife, könnte aber auf Kosten einer schnelleren Batterieabnutzung gehen. Die Hersteller steuern zwischen diesen Risiken mit unterschiedlichen Strategien – von festen Limits bis hin zu anpassungsfähigem Energiemanagement. Gleichzeitig verfügen Netzbetreiber nun über mehr Instrumente, um den Strombedarf in Stoßzeiten zu regulieren.

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