12 March 2026, 18:18

Illegale Sprit-Schmiede in Göttingen: Heizöl als Diesel-Ersatz genutzt

Ein Auto auf einer Tankstelle mit einem "Benzin"-Schild auf einem Werbeplakat, umgeben von Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Illegale Sprit-Schmiede in Göttingen: Heizöl als Diesel-Ersatz genutzt

Behörden haben in einem Wohnkeller nahe Göttingen eine illegale Sprit-Schmiede aufgedeckt. Dort wurde Heizöl als Kraftstoff für Fahrzeuge genutzt – eine Praxis, die in Deutschland verboten ist. Die Ermittler entdeckten vier große Tanks mit Tausenden Litern der Substanz.

Zollbeamte der Kontrollstelle Verkehr (KEV) Göttingen und des Hauptzollamts (HZA) Braunschweig durchsuchten ein Anwesen in Bovenden. Im Keller fanden sie vier Lagertanks mit einem Gesamtfassungsvermögen von 3.200 Litern, die teilweise mit Heizöl gefüllt waren. Spätere Tests bestätigten, dass auf den Haushalt zugelassene Fahrzeuge statt normalem Diesel mit markiertem Gasöl betrieben worden waren.

Die Verwendung von Heizöl als Kraftstoff verstößt gegen das deutsche Energie­steuergesetz und gilt als Form der Steuerhinterziehung, bekannt als Heizöldiesel-Betrug. Die Ermittler bezifferten den Steuerausfall durch die Machenschaften auf über 1.600 Euro. Zudem prüften sie, ob der Beschuldigte das Heizöl auch an Dritte verkauft hatte.

Die Bußgeld- und Strafsachenstelle des Hauptzollamts Braunschweig hat den Fall nun übernommen. Bei einer Verurteilung drohen dem Mann Geldstrafen oder bis zu fünf Jahre Haft. Wie häufig solche Betrugsfälle in Deutschland vorkommen und wie die Täter dabei vorgehen, ist statistisch nicht erfasst.

Die Razzia brachte einen klaren Verstoß gegen die Kraftstoffvorschriften ans Licht: Markiertes Heizöl war zum Betanken von Fahrzeugen zweckentfremdet worden. Die Behörden ermitteln weiterhin, um das volle Ausmaß der Machenschaften aufzuklären – einschließlich möglicher Weiterverkäufe. Der Fall zeigt die Risiken der Steuerhinterziehung durch illegalen Kraftstoffhandel auf.

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