21 April 2026, 06:16

Maschinenbau- und Elektroindustrie fordern radikale Reformen von der Bundesregierung

Schwarzes und weißes Foto einer Fabrikhalle mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, Metallstangen und Pfosten, beschriftet mit "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Maschinenbau- und Elektroindustrie fordern radikale Reformen von der Bundesregierung

Führungskräfte aus Deutschlands Maschinenbau- und Elektroindustrie haben die Bundesregierung aufgefordert, umfassende Reformen zügig umzusetzen. Auf der Hannover Messe warnten sie, dass ohne entschlossenes Handeln langfristige Schäden für den Sektor dauerhaft werden könnten. Die Forderungen kommen zu einer Zeit, in der die Branche weiterhin mit Herausforderungen und gedämpften Wachstumsprognosen kämpft.

Bertram Kawlath, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), kritisierte die Politik der Regierung, die sich auf halbgare Lösungen verlasse. Er forderte niedrigere Unternehmenssteuern, eine Deckelung der Sozialabgaben sowie flexiblere Arbeitszeitmodelle. Zudem schlug er vor, das Renteneintrittsalter anzuheben, um irreparable Schäden für die Industrie abzuwenden.

Noch bis Ende 2025 hatte sich die Geschäftslage langsam erholt. Doch die Spannungen im Iran und weitere Rückschläge zu Beginn des Jahres 2026 trübten die Stimmung. Der VDMA rechnet nun damit, dass die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau 2026 nur noch um ein Prozent wachsen wird.

Gunther Kegel, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), unterstützte die Forderung nach dringenden Reformen. Sein Verband prognostiziert für 2026 einen Produktionsanstieg von zwei Prozent – vorausgesetzt, die Lage im Iran stabilisiert sich bis Mitte des Jahres.

Trotz der verhaltenen Aussichten sieht die Branche Potenzial in Rüstungsaufträgen. Geplante Investitionen in Milliardenhöhe könnten die umsatzbezogenen Einnahmen im Verteidigungsbereich innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln.

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Die Warnungen von VDMA und ZVEI unterstreichen den Druck auf die Politik, endlich zu handeln. Ohne Reformen droht dem Sektor die Stagnation – selbst wenn die steigenden Verteidigungsausgaben eine mögliche Rettung bieten. Die Industrievertreter betonen: Die Zeit für kleine Schritte ist vorbei.

Quelle