Milliardenlücken bedrohen den Ausbau der Eisenbahn in Deutschland
Das Verkehrsministerium warnt vor milliardenschweren Finanzierungslücken bei Eisenbahn-Ausbauprojekten. Die Situation hat Kritik von Verkehrsverbänden und politischen Akteuren ausgelöst. Das Bundeskabinett wird sich in den anstehenden Haushaltsberatungen mit dem Thema befassen.
Die vorherige Koalition hatte den Kernhaushalt für Verkehr ab 2025 um fast die Hälfte gekürzt. Zudem wurden keine Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur für den Schienenausbau und -neubau bereitgestellt. Dadurch fehlt vielen geplanten Bahnprojekten die nötige finanzielle Grundlage.
Der Verkehrsclub VCD kritisiert die daraus resultierenden Streichungen scharf. Die Vorsitzende Christiane Rohleder betonte, die Koalition stelle nicht ausreichend Mittel für den Ausbau und Neubau von Schienenstrecken bereit. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Tarek Al-Wazir, bezeichnete die Lage als „Insolvenzerklärung“ für das Schienennetz.
Trotz der Engpässe arbeitet das Ministerium daran, die Finanzierbarkeit zu sichern. Mithilfe des schuldenfinanzierten Sondervermögens Infrastruktur werden weiterhin Milliarden in die Modernisierung bestehender Strecken fließen. Am 6. Juli wird das Bundeskabinett den Bundeshaushalt 2027 und die mittelfristige Finanzplanung beschließen.
Das Schienennetz steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen, viele Projekte sind in Gefahr. Während die Aufwertung bestehender Strecken voranschreitet, bleibt die Zukunft von Ausbauvorhaben ungewiss. Die anstehende Haushaltsentscheidung des Kabinetts wird über die nächsten Schritte der Bahnfinanzierung entscheiden.






