07 April 2026, 06:17

Neue Gedenktafel in Halle erinnert an 155 Sobibor-Opfer aus der Stadt

Gedenktafel an einer Gebäudewand angebracht mit der Inschrift "Gedenktafel für die Opfer des Holocaust" in fetter Schrift, umgeben von einem dekorativen Rahmen.

Neue Gedenktafel in Halle erinnert an 155 Sobibor-Opfer aus der Stadt

Gedenktafel ehrt 155 jüdische Bürger aus Halle, die nach Sobibor deportiert und ermordet wurden

Eine neue Gedenktafel wird an 155 jüdische Bewohnerinnen und Bewohner Halles erinnern, die in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet wurden. Das von jungen Aktivistinnen und Aktivisten aus der Stadt getragene Projekt soll das Andenken an die Opfer durch ein dauerhaftes Symbol gegen das Vergessen bewahren. Zu ihren Bemühungen gehörten Spendenaktionen und das Sammeln von Schrottmetall, um die Finanzierung des Mahnmals zu sichern.

Das Design der Tafel, das in Zusammenarbeit mit dem Comic-Künstler Nils Oskamp entstand, zeigt zwei Hände, die zueinander greifen und sich halten. Die kleinere Hand steht für die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer der Shoah aus Halle. Die größere Hand symbolisiert Familien wie die Baers und die Sachs, die einander während der Deportationen zu stützen versuchten.

Die Initiative ist Teil des Projekts "Tagebuch der Gefühle", bei dem sich Jugendliche durch persönliche Reflexionen mit den Biografien der Opfer auseinandersetzten. Ihre Arbeit ermöglichte die Finanzierung einer steinernen Gedenktafel, die von einem Halleschen Steinmetz gefertigt wird und künftig im Gedenkbereich von Sobibor aufgestellt wird.

Um ihr Verständnis zu vertiefen, planen die Aktivistinnen und Aktivisten für Juni 2026 eine Bildungsreise nach Sobibor. Dort werden sie die fertige Tafel in Augenschein nehmen und mehr über die Geschichte des Ortes erfahren.

Die Gedenktafel wird als dauerhafte Hommage an die 155 jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Halle stehen, die in Sobibor ihr Leben verloren. Durch Spenden und Schrottmetallsammlungen finanziert, sorgt sie dafür, dass ihre Geschichten sichtbar bleiben. Das Projekt stärkt zudem die Verbindung zwischen der heutigen Jugend und der Vergangenheit der Stadt.

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