Olympiasiegerin Nasse-Meyfarth kritisiert Ungleichbehandlung ostdeutscher Sportler nach der Wiedervereinigung
Admin UserOlympiasiegerin Nasse-Meyfarth kritisiert Ungleichbehandlung ostdeutscher Sportler nach der Wiedervereinigung
Ulrike Nasse-Meyfarth, zweifache Olympische Hochsprungmeisterin für die Bundesrepublik Deutschland, kritisiert den Umgang des Landes mit seiner Sportgeschichte. Sie wirft Deutschland vor, in der Erinnerungskultur die Leistungen ostdeutscher Athletinnen und Athleten unrechtmäßig zu vernachlässigen, während ausschließlich die Erfolge des Westens gewürdigt würden.
Nasse-Meyfarth zeigt sich verärgert darüber, dass der westdeutsche Sport das öffentliche Gedächtnis dominiert. Sie betont, dass Olympische Sieger und Spitzenathletinnen aus der DDR trotz ihrer Erfolge weitaus weniger Anerkennung erfahren.
Ihre Kritik erstreckt sich auch auf die Dopingpraktiken vor der Wiedervereinigung. Während das staatlich organisierte Dopingsystem der DDR ständig unter der Lupe stehe, werde gezieltes Einzeldoping westdeutscher Sportler oft ignoriert, so Nasse-Meyfarth.
Die ehemalige Leichtathletin sieht in der Wiedervereinigung zudem eine vertane Chance. Sie argumentiert, die Bundesrepublik hätte das Nachwuchsfördermodell der DDR übernehmen sollen. Die Talentsichtung, Auswahl und Trainingsmethoden der DDR seien überlegen gewesen. Hätte Deutschland diese Strukturen beibehalten, wäre der Leistungsabfall nach 1990 ihrer Meinung nach ausgeblieben.
Nasse-Meyfarths Äußerungen unterstreichen die seit Langem bestehende Spaltung in der deutschen Sportgeschichtsschreibung. Sie besteht darauf, dass die Erfolge ostdeutscher Athletinnen und Athleten gleichwertig gewürdigt werden müssten und dass ihre Trainingskonzepte dem vereinten Deutschland hätten nutzen können. Ihre Aussagen bereichern die anhaltende Debatte über Gerechtigkeit und Erbe im Sport nach der Wiedervereinigung.






