15 March 2026, 04:17

PKV-Verband kritisiert Finanzlücken im neuen Apothekengesetz trotz grundsätzlicher Zustimmung

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo mit der Aufschrift "19 Millionen Amerikaner werden geschätzte 400 USD pro Jahr an Arzneimittelkosten sparen".

PKV-Verband kritisiert Finanzlücken im neuen Apothekengesetz trotz grundsätzlicher Zustimmung

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat zum neuen Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) Stellung genommen, das die Rolle der Apotheken im Gesundheitswesen ausbauen soll. Zwar unterstützt der Verband einige der geplanten Maßnahmen, äußert jedoch auch Bedenken – insbesondere bei der Finanzierung und dem praktischen Nutzen der neuen Leistungen.

Das Gesetz zielt darauf ab, Apotheker stärker in Prävention, Früherkennung von Krankheiten und Impfprogramme einzubinden. Zudem sieht es Änderungen bei der Arzneimittelpreisgestaltung und den Notfallabgaberegeln vor. Der PKV-Verband betont jedoch, dass wichtige Details noch überarbeitet werden müssen.

Mit dem ApoVWG übernehmen Apotheken erweiterte Aufgaben, etwa die Beratung zu Verhaltensrisiken wie Rauchen, ungesunder Ernährung oder Bewegungsmangel. Zudem sollen sie zusätzliche Dienstleistungen anbieten, darunter Diabetes-Management, weitere Impfungen und Gesundheitschecks. Der Verband räumt ein, dass frühere Serviceerweiterungen – noch vor den VOASG-Reformen von 2020 – gut angenommen wurden. Allerdings zweifelt er daran, ob Apotheken Lebensstilberatungen wirksam durchführen können und ob solche Gespräche Patienten tatsächlich zugutekommen.

Grundsätzlich begrüßt der PKV-Verband die geplante Ausweitung des Impfangebots sowie die einmalige Notfallabgabe von Langzeitmedikamenten ohne Rezept in dringenden Fällen. Skeptisch zeigt er sich jedoch bei der Freigabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel in Akutfällen und verweist auf mögliche Risiken. Ein weiterer Streitpunkt ist das Finanzierungsmodell für die neuen Leistungen. Der Verband hält das aktuelle System für unzureichend und fordert ein überarbeitetes Modell, das eine faire und nachhaltige Finanzierung gewährleistet.

Bei der Preisgestaltung begrüßt der Verband die neuen Regelungen für Rezepturarzneimittel, pocht jedoch auf eine Mitsprache bei künftigen Verhandlungen. Zudem unterstützt er die Einbeziehung privatversicherter Patienten in das Hilfstarifsystem, wodurch auch sie von Rabatten aus Arzneimittelpreisverhandlungen profitieren würden. Darüber hinaus setzt sich der Verband für gesetzliche Änderungen ein, die eine individuelle Abrechnung pharmazeutischer Leistungen für Privatversicherte ermöglichen würden.

Trotz seiner Vorbehalte erkennt der PKV-Verband an, dass das Gesetz Apotheker als zentrale Gesundheitsberater stärken will. Gleichzeitig betont er, dass jede Erweiterung der Dienstleistungen sorgfältig auf ihren praktischen Nutzen geprüft werden muss, bevor sie flächendeckend umgesetzt wird.

Das ApoVWG bringt tiefgreifende Veränderungen für Apotheken mit sich – von der Präventivmedizin bis zum Medikamentenzugang. Die Reaktion des PKV-Verbands zeigt eine Mischung aus Zustimmung und Zurückhaltung, insbesondere bei Finanzierungsfragen, der Wirksamkeit neuer Angebote und regulatorischen Details.

In den anstehenden Diskussionen wird sich der Verband für klarere Preisregelungen, bessere Finanzierungsstrukturen und evidenzbasierte Bewertungen der neuen Apothekenrollen einsetzen. Die Ergebnisse werden entscheiden, wie sich die Reformen langfristig auf Patienten und private Versicherer auswirken.

Quelle