04 May 2026, 08:19

Protest gegen Gaskraftwerk in Ingelheimer Aue: Klimaziele von Mainz in Gefahr

Gruppe von Menschen, die vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern sitzen, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Protest gegen Gaskraftwerk in Ingelheimer Aue: Klimaziele von Mainz in Gefahr

Ein Bündnis aus Umweltschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) ausgesprochen, auf der Ingelheimer Aue – einem Überschwemmungsgebiet – ein Gaskraftwerk zu errichten. Kritiker argumentieren, dass das Vorhaben im Widerspruch zu den Klimazielen von Mainz stehe und die Stadt für Jahre an veraltete Energietechnik binde.

Bereits zehn offizielle Einsprüche wurden beim Strukturdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht, woraufhin eine geplante Anhörung zum Projekt abgesagt wurde.

Das Bündnis, zu dem Scientists for Future, der BUND Mainz und Greenpeace Mainz-Wiesbaden gehören, äußert schwere Bedenken gegen die 44-Millionen-Euro-Investition. Maren Goschke vom BUND Mainz warnte, das Kraftwerk zementiere „konventionelle Gastechnologie für Jahrzehnte“ und untergrabe damit die Bemühungen, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Greenpeace unterstützte diese Position und erklärte, das Projekt gefährde die Klimaverpflichtungen der Stadt.

Fachleute stellen sowohl die ökologische als auch die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit des Kraftwerks infrage. Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz bezeichnete gaserzeugten Strom als „teuer und extrem klimaschädlich“. Er verwies auf Batteriespeicher als erprobte und kostengünstige Alternative – deren Preise seien in den letzten 15 Jahren von 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro gefallen.

Auch KMWs langfristiger Plan, das Kraftwerk später auf Wasserstoff umzurüsten, stößt auf Skepsis. Prof. Thomas Hieke von Christians for Future zweifelt an der Realisierbarkeit, der ökologischen Verträglichkeit und der finanziellen Machbarkeit. Michael Lengersdorff von MainzZero betonte die Notwendigkeit eines offenen Dialogs und fragte, wie neue Gasinfrastruktur mit den Klimazielen vereinbar sei.

Ursprünglich hatte die SGD Süd für den 7. Mai eine Anhörung angesetzt, um die Einsprüche zu behandeln. Die Sitzung wurde jedoch abgesagt, nachdem die Behörden die vorgebrachten Bedenken als „hinreichend begründet und konkret“ einstuften, um eine weitere Prüfung zu rechtfertigen.

Die Einsprüche gehen nun in die nächste Phase des behördlichen Bewertungsverfahrens. Sollte das Kraftwerk genehmigt werden, würde es jahrelang betrieben – und könnte den Übergang Mainzer Energiewende zu erneuerbaren Energien verzögern. Das Bündnis macht deutlich, dass Batteriespeicher und andere grüne Technologien tragfähige Alternativen zu gasbetriebenem Strom bieten.

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