19 April 2026, 08:17

Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent

Eine große Gruppe von Menschen mit Masken, die eine straßenbäumte Straße in Berlin entlanggehen, einige mit Fahrrädern, mit Gebäuden, Ampeln und Schildern im Hintergrund bei bewölktem Himmel.

Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent

Rund 1.000 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten haben sich in Berlin versammelt, um gegen geplante Honorarkürzungen zu protestieren. Die Demonstration richtete sich gegen eine um 4,5 Prozent reduzierte Vergütung, die ab dem 1. April in Kraft treten soll. Auf der Kundgebung sprachen Politiker und Fachleute aus dem Bereich psychische Gesundheit, die eine Rücknahme der Entscheidung forderten.

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Die Kürzungen waren vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen worden, dem Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sowie unabhängige Experten angehören. Trotz Widerstands wurde die Senkung um 4,5 Prozent endgültig festgesetzt – was bei den Therapeuten auf scharfe Kritik stieß.

Die KBV hatte gegen die Kürzungen gestimmt und angekündigt, die Entscheidung gerichtlich anfechten zu wollen. Gleichzeitig hat das Bundesgesundheitsministerium unter der Leitung von Ministerin Nina Warken (CDU) bis Mitte Mai Zeit, die Reduzierung zu prüfen und möglicherweise zu stoppen.

Die Demonstranten hielten Schilder mit Botschaften wie "4,5 % Kürzung = 100 % falsch berechnet" oder "Weniger Psychotherapie heute = höhere Kosten morgen". Die Aktionsallianz Psychotherapie, die die Veranstaltung organisiert hatte, meldete 500 angemeldete Teilnehmer, doch die Zahl stieg auf etwa 1.000 an. Zu den Rednern zählten Ricarda Lang von den Grünen und Heidi Reichinnek von der Linken.

Die Demonstration zeigte den starken Widerstand gegen die Honorarkürzungen, während nun rechtliche und politische Schritte eingeleitet werden. Sollten die Kürzungen umgesetzt werden, sinken ab April die Vergütungssätze für Psychotherapeuten. Die Entscheidung des Gesundheitsministeriums Mitte Mai wird darüber entscheiden, ob die Reduzierung wie geplant erfolgt.

Quelle