Rechtsextreme Gruppe zieht erstmals in VW-Betriebsrat in Braunschweig ein
Admin UserArbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtsextreme Gruppe zieht erstmals in VW-Betriebsrat in Braunschweig ein
Zum ersten Mal hat eine Gruppe mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene Sitze im Betriebsrat von Volkswagen errungen. Die Organisation Zentrum, die als "alternative Gewerkschaft" mit Bezügen zur AfD gilt, sicherte sich zwei Mandate im Werk Braunschweig. Das Ergebnis markiert einen Wandel an dem traditionell links geprägten Standort, an dem die IG Metall jahrzehntelang die Vertretung dominierte.
Bei der Betriebsratswahl in Braunschweig behielt die IG Metall mit 78,5 Prozent der Stimmen und 28 der 35 Sitze eine deutliche Mehrheit. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) folgte mit 15 Prozent und fünf Sitzen. Zentrum, das erstmals bei Volkswagen mit einer eigenen Liste antrat, erreichte 6,49 Prozent – ausreichend für zwei Sitze, aber zu wenig für weitere Mandate, selbst mit zusätzlichen Kandidaten.
Gegründet wurde die Gruppe 2009 als Zentrum Automobil im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim. Seitdem hat sie ihren Einfluss in industriellen Betrieben ausgebaut. Während an anderen Volkswagen-Standorten wie Wolfsburg und Hannover in den vergangenen Jahren eine Rechtsentwicklung zu beobachten war, blieb der Betriebsrat in Braunschweig fest in der Hand von SPD-nahen und IG-Metall-unterstützten Kräften – bei den Wahlen 2022–2025 stimmten über 60 Prozent für die Partei.
Das aktuelle Ergebnis steht im Kontrast zu den allgemeinen Trends bei Volkswagen, wo konservative und AfD-nahe Positionen an Boden gewinnen. In Braunschweig hielt sich zwar die linke Tradition, doch der Einzug von Zentrum zeigt einen Bruch.
Die Gruppe verfügt nun über zwei Sitze im Betriebsrat, ihr Einfluss bleibt jedoch begrenzt. Die Wahl bestätigt die anhaltende Vorherrschaft der IG Metall am Standort, spiegelt aber auch das wachsende Gewicht rechtsextremer Gruppierungen in der deutschen Betriebsratslandschaft wider. Das Ergebnis passt in eine Reihe sich verändernder politischer Dynamiken innerhalb der Volkswagen-Belegschaft.