07 April 2026, 12:20

Volksfeste, Herrenschneiderei und Ostseefischerei: Was Deutschland jetzt als Kulturerbe schützt

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße in Windisch-Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und Himmel.

Volksfeste, Herrenschneiderei und Ostseefischerei: Was Deutschland jetzt als Kulturerbe schützt

Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Kultusministerkonferenz unter Leitung von Staatsminister Wolfram Weimer gab die neuesten Anerkennung bekannt. Dazu zählen die Schaustellerkultur auf Volksfesten, die Herrenschneiderei sowie traditionelle Fischereimethoden der Ostsee.

Die Entscheidung sorgt jedoch für Diskussionen. Bekannte kulturelle Elemente wie der Döner Kebab oder die SPD-Bratwurst fanden keinen Eingang in die Liste. Kritiker hinterfragen zudem Weimers jüngste Förderentscheidungen, darunter die Streichung eines Übersetzungsprojekts palästinensischer Autor:innen aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds.

Die Deutsche UNESCO-Kommission und Kulturminister Wolfram Weimer präsentierten die Neuzugänge im Bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Neu aufgenommen wurden unter anderem das Handwerk der Herrenschneiderei, die Schaustellertraditionen auf Volksfesten und die Fischereitechniken der Ostsee. Auch Straßenfußball auf dem Bolzplatz und die Martinsumzüge im Rheinland erhielten Anerkennung.

Weimer steht für eine strenge Linie bei staatlich geförderten Kulturprojekten. Anfang dieses Jahres zog er die Unterstützung für eine Übersetzungsinitiative mit palästinensischen Autor:innen zurück – ein Schritt, der auf Protest stieß. Acht SPD-geführte Bundesländer kritisierten die Entscheidung als Angriff auf den kulturellen Austausch.

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Trotz der Erweiterungen blieben einige beliebte kulturelle Praktiken unberücksichtigt. Der weitverbreitete Döner Kebab schaffte es nicht auf die Liste, ebenso wenig wie die Bratwurst vom SPD-Sommerfest oder unabhängige linksalternative Buchhandlungen, für die sich manche eine Aufnahme erhofft hatten.

Die aktualisierte Liste zeigt Deutschlands Bemühungen, vielfältige kulturelle Traditionen zu bewahren. Doch die Auslassungen und Weimers Förderpolitik rücken die Debatte in den Fokus: Was verdient offizielle Anerkennung – und wer entscheidet darüber?

Quelle