Warum 41 Prozent der Bürgermeister in Niedersachsen nicht mehr antreten wollen
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Niedersachsen bereitet sich auf Kommunalwahlen am 13. September vor, bei denen die Bürgerinnen und Bürger Stadträte, Gemeinderäte, Kreistage sowie Bürgermeister wählen. Die anstehende Abstimmung entscheidet zudem über die Führungspersönlichkeiten für die nächsten fünf bis acht Jahre. Doch eine beträchtliche Zahl der amtierenden Bürgermeister kandidiert nicht erneut.
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 41 Prozent der Bürgermeister in Niedersachsen nicht mehr antreten werden. Davon nannten 37 Prozent private Gründe für ihren Rückzug, während 21 Prozent das Renteneintrittsalter erreicht haben. Ein Beispiel ist Christian Springfeld, der Bürgermeister von Springe: Nach zehn Jahren im Amt verzichtet er auf eine weitere Kandidatur – ausgebrannt, wie er selbst sagt.
Auch die chronische Unterfinanzierung der Kommunen spielt eine Rolle: 11 Prozent der scheidenden Bürgermeister führen sie als entscheidenden Grund an. Gleichzeitig hat die Aggressivität in der Kommunalpolitik zugenommen, mit Berichten über hetzerische Angriffe und sogar Gewaltandrohungen. Dennoch gaben nur 4 Prozent der Abtretenden die feindselige Stimmung als direkten Grund für ihren Rückzug an. Weitere 20 Prozent machten keine konkreten Angaben.
Bei den Wahlen geht es nicht nur um die Besetzung der Bürgermeisterposten, sondern auch um die Sitze in lokalen und kreisweiten Ausschüssen. Die Wählerinnen und Wähler bestimmen damit die Führungsebene in der Region auf mehreren Ebenen. Angesichts der hohen Zahl an nicht mehr antretenden Bürgermeistern werden nach dem 13. September viele Kommunen neue Führungskräfte bekommen. Die Gründe für ihren Rückzug reichen von persönlicher Erschöpfung bis zu finanziellen Belastungen – wobei die meisten die zunehmende Feindseligkeit nicht als ausschlaggebend nannten. Die Ergebnisse der Wahl werden mitbestimmen, wer Niedersachsens Gemeinden in den kommenden Jahren prägt.






