ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt Ungleichgewicht
Admin UserARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt Ungleichgewicht
Ein neuer Bericht kritisiert die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF dafür, in ihren Talkshows wirtschaftliche Stimmen zu vernachlässigen. Die von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich 2025 nur noch ein Fünftel der Sendungen mit Wirtschaftspolitik befasste – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2023. Vertreter der Wirtschaft wurden häufig nicht in die Diskussionen einbezogen, was Bedenken hinsichtlich einer ausgewogenen Berichterstattung aufkommen lässt.
Die INSM analysierte die Gästelisten führender Talkformate und stellte ein klares Ungleichgewicht fest: Politiker machten 41 Prozent der Teilnehmer aus, gefolgt von Journalisten mit 27 Prozent und Ökonomen mit 14 Prozent. Unternehmer waren lediglich in 5 Prozent der Sendungen vertreten, Vertreter von Wirtschaftsverbänden sogar nur in 2 Prozent.
In fast einem Drittel der Sendungen mit wirtschaftlichem Bezug fehlte überhaupt ein Vertreter der Wirtschaft. Besonders schlecht schnitt die Sendung Maischberger ab: In 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Diskussionen kam keine unternehmerische Perspektive zu Wort. Positiv fiel hingegen hart aber fair auf, das 39 Prozent seiner Sendungen wirtschaftlichen Themen widmete und konsequent wirtschaftliche Stimmen einband.
Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der INSM, warf den Sendern vor, ihrem öffentlichen Auftrag nicht gerecht zu werden. Er argumentierte, dass die Ausblendung von Wirtschaftspraktikern zu unvollständigen Debatten und einem mangelnden Verständnis realer Herausforderungen führe. Alsleben forderte eine stärkere Einbindung von Unternehmensvertretern und betonte, dass deren Expertise für die Verbesserung der Wirtschaftspolitik unverzichtbar sei.
Der Bericht verweist auf einen Rückgang der wirtschaftlichen Berichterstattung: Während 2023 noch 33 Prozent der Talkshows das Thema behandelten, waren es 2025 nur noch 20 Prozent. Kritiker fordern ARD und ZDF nun auf, ihre Gästelisten anzupassen und für eine ausgewogenere Repräsentation zu sorgen. Ob die Sender mit konkreten Änderungen reagieren werden, bleibt jedoch abzuwarten.






