25 March 2026, 12:20

Warum platonische Küsse unter Freunden jetzt gesellschaftsfähig werden

Eine Zeichnung eines Mannes und einer Frau, die sich umarmen und küssen, mit einem Schädel im Hintergrund.

Warum platonische Küsse unter Freunden jetzt gesellschaftsfähig werden

Ein einfacher Kuss auf den Mund unter Freunden hat eine neue Diskussion über platonische Zuneigung in der Öffentlichkeit ausgelöst. Aktuelle prominente Beispiele sind Scarlett Johansson und Jonathan Bailey bei einer Filmpremiere sowie Cat Deeley, die ihrer besten Freundin einen Kuss gab. Experten zufolge spiegeln solche Gesten tiefere soziale Bindungen wider und haben nichts mit romantischen Absichten zu tun.

Scarlett Johansson und Jonathan Bailey machten Schlagzeilen, nachdem sie sich auf dem roten Teppich zur Premiere von Jurassic World: Rebirth küssten. Bailey verteidigte später den Moment mit den Worten: "Das Leben ist zu kurz, um Liebe nicht auf verschiedene Weisen zu zeigen." Johannssons Ehemann, Colin Jost, wies jede Aufregung zurück, nannte die Reaktion übertrieben und betonte, er fühle sich dadurch nicht bedroht.

Auch Cat Deeley veröffentlichte zum Geburtstag ein Foto, auf dem sie ihre beste Freundin Charlie Brear auf den Mund küsst. Deeley spricht offen darüber, wie sehr sie solche "Freundinnen-Küsse" schätzt, um enge Freundschaften zu feiern. Die Kommunikations-expertin Judi James bezeichnet solche Zuneigungsbekundungen als ein "zur-Schau-stellendes" Ritual, das starke emotionale Verbindungen bestärkt.

Dieser Trend ist nicht neu. In den letzten Jahrzehnten sind nicht-sexuelle Küsse auf den Mund – besonders unter Freundinnen – in der westlichen Kultur immer akzeptierter geworden. Was in den 1990er-Jahren noch Befremden auslöste, gilt heute oft als normale Begrüßung, beeinflusst von europäischen Gepflogenheiten und medialer Darstellung. Auch Prominente wie Hannah Waddingham, Gigi Hadid und Madonna haben ihre besten Freundinnen öffentlich geküsst und damit zur Normalisierung beigetragen.

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Forscher weisen darauf hin, dass auch Tiere ähnliche Verhaltensweisen zeigen. Ein "Guppy-Kuss" – ein sanftes, kindliches Küsschen – dient als Bindungsmechanismus und löst Gefühle von Geborgenheit und Zuneigung aus. Der nicht-sexuelle Charakter dieser Gesten unterstreicht ihre evolutionäre Rolle bei der Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen.

Die öffentlichen Reaktionen auf solche Küsse fallen unterschiedlich aus, doch die zunehmende Sichtbarkeit platonischer Mundküsse deutet auf einen kulturellen Wandel hin. Wenn immer mehr Menschen offene Zuneigungsbekundungen unter Freunden akzeptieren, könnten solche Momente weiter an Stigma verlieren. Vorerst bleiben sie ein sichtbares Zeichen von Vertrauen und Zuneigung zwischen engen Weggefährten.

Quelle