Leichtsinnige Kletterer im Harz gefährden sich selbst – Bergretter warnen vor riskanten Trends

Admin User
2 Min.
Eine belebte Straßenszene mit Fahrzeugen, Menschen, Zelten und Polen, umgeben von Bäumen, Gebäuden und Bergen im Hintergrund.

Immer mehr unterschätzen die Berge in Niedersachsen - Leichtsinnige Kletterer im Harz gefährden sich selbst – Bergretter warnen vor riskanten Trends

Bergrettungsteams im Harz warnen vor steigenden Risiken durch Leichtsinn beim Klettern in freier Natur

Bergretter im Harz schlagen Alarm: Immer mehr Menschen unterschätzen die Gefahren des Outdoor-Kletterns, was zu einer Zunahme riskanter Situationen führt. Allein im vergangenen Jahr musste der Bergrettungsdienst Sankt Andreasberg Hunderte von Einsätzen bewältigen. Viele Zwischenfälle gingen auf mangelnde Vorbereitung und Selbstüberschätzung zurück.

Die Retter betonen, dass Kletterer sich oft zu sehr auf ihr Training in Indoor-Kletterhallen verlassen – doch diese bereite nicht auf die realen Bedingungen in der Natur vor. Diese Fehleinschätzung führe immer wieder zu lebensbedrohlichen Lagen, in einigen Fällen mussten Verunglückte sogar wiederbelebt werden. Häufige Probleme sind zudem unzureichende Ausrüstung wie instabiles Schuhwerk oder leere Handyakkus, die Rettungseinsätze verzögern oder erschweren.

Der Bergrettungsdienst appelliert an alle Outdoor-Enthusiasten, jede Tour gründlich zu planen. Unverzichtbar seien robuste Bergschuhe, wetterfeste Kleidung, eine Taschenlampe, eine Powerbank und ausreichend Zeitpuffer, um nicht nach Einbruch der Dunkelheit in Gefahr zu geraten. Zwar gingen die Wintereinsätze um etwa ein Drittel zurück, doch im Sommer häufen sich die Notfälle – besonders in Mountainbike-Parks. Neben Kletterrettungen unterstützte das Team auch die Feuerwehr bei einem Waldbrand in der Nähe von Goslar. Dank ihrer Expertise in steilem Gelände konnten sie spezielle Ausrüstung und Fachwissen bereitstellen. In den letzten zwei Jahren haben die Retter zudem Fachkräfte für ähnliche Hochrisiko-Einsätze ausgebildet.

Die Bergwacht ruft weiterhin zu mehr Vorsicht und besserer Vorbereitung auf. Ohne angemessene Ausrüstung und eine realistische Selbsteinschätzung setzen sich Kletterer und Wanderer vermeidbaren Gefahren aus. Ihr Aufgabenbereich reicht mittlerweile über akute Notfälle hinaus – sie schulen auch andere im Umgang mit den Herausforderungen extremer Geländebedingungen.