Lilli Tollkiens Debüt: Eine Kindheit zwischen Kommune, Chaos und Überlebenskampf
Admin UserLilli Tollkiens Debüt: Eine Kindheit zwischen Kommune, Chaos und Überlebenskampf
Ein neuer Roman wirft Licht auf eine von Chaos geprägte Kindheit in einer Berliner Kommune der 1980er-Jahre.Mit beiden Händen den Himmel stützen, das Debüt von Lilli Tollkien, schöpft aus ihren eigenen Erfahrungen als Lale, die in einem von Exzessen geprägten Männerkollektiv aufwuchs. Das Buch zeichnet ihren Weg von der Instabilität hin zur späten Rettung im Erzählenden nach.
Mit nur achtzehn Monaten kam Lale in staatliche Obhut, nachdem sie in Gegenwart ihrer Mutter Rohypnol-Tabletten eingenommen hatte. Ihr Vater, damals inhaftiert, stieß erst später zur Kommune – ahnungslos über den Missbrauch und die Kämpfe, die seine Tochter durchlebte. In den 1980ern wuchs sie in einer Berliner Männer-WG auf, umgeben von revolutionärem Gehabe, doch geprägt von schwerem Alkoholkonsum, harten Drogen und endlosem Partyleben.
Die Schule wurde ihr sicherer Ort – ein Refugium, in dem sie bis zur Pubertät aufblühte. Danach stürzte sie in Sucht und turbulente Freundschaften. Die Spirale der Instabilität vertiefte sich, als sie von einem Mitbewohner der Kommune sexuell missbraucht wurde.
Jahrzehnte später verwandelte Lilli Tollkien ihre zerrissene Vergangenheit in Literatur. Ihr 2023/2024 erschienener Roman schildert ihre Kindheit mit schonungsloser Ehrlichkeit. Im Schreiben fand sie endlich den Halt, der ihr lange verwehrt blieb.
Das Buch ist zugleich Abrechnung und Zeugnis der Widerstandsfähigkeit. Mit beiden Händen den Himmel stützen bietet ein düsteres, doch kraftvolles Überlebensporträt – eine Geschichte davon, wie das Erzählen Lilli Tollkien den Weg ebnete, ihr Leben zurückzuerobern. Der Roman hat bereits Aufmerksamkeit erregt für seine kompromisslose Schilderung einer Kindheit zwischen Vernachlässigung und dem langen Weg zur Bewältigung.






