Royal Mail scheitert weiterhin an Lieferzielen nach Křetínský-Übernahme
Admin UserRoyal Mail scheitert weiterhin an Lieferzielen nach Křetínský-Übernahme
Royal Mail verfehlt weiterhin Lieferziele nach Übernahme durch tschechischen Milliardär
Die Zustellleistung der Royal Mail bleibt seit der 3,6-Milliarden-Pfund-Übernahme durch den tschechischen Milliardär Daniel Křetínský im Jahr 2023 hinter den Vorgaben zurück. Das Unternehmen erreicht weiterhin nicht die geforderten 93 Prozent pünktlicher Ersttags-Zustellungen bei Standardbriefen – trotz Bemühungen, die Abläufe zu verbessern. Nun werfen Abgeordnete Křetínský vor, sie bewusst getäuscht zu haben, und verschärfen damit die Spannungen um die anhaltenden Probleme des Dienstes.
Křetínský hatte Royal Mail vor über einem Jahr für 3,6 Milliarden Pfund übernommen, doch der Service leidet weiterhin unter Verspätungen. Allein im vergangenen Jahr trafen 220 Millionen Briefe zu spät ein – eine Zahl, die er zwar einräumte, für die er sich jedoch nicht allein verantwortlich zeigte. Er argumentierte, kein anderer europäischer Postdienst sehe sich mit vergleichbaren Anforderungen konfrontiert: schnelle und günstige Briefzustellung über weite Entfernungen.
Bei einer aktuellen Anhörung kritisierten Abgeordnete seinen englischen Akzent als "etwas schwer verständlich" und verglichen seine Art mit der eines Jack-Russell-Terriers namens Charlie aus Gloucestershire. Trotz der spitzen Bemerkungen blieb Křetínský gelassen – ganz anders als der mythische Sphinx, als der er gelegentlich bezeichnet wird. Er beteuerte, nicht aus Profitinteresse in das Postgeschäft eingestiegen zu sein, sondern wegen der Herausforderung, und verglich die Aufgabe, einen Brief für 1,70 Pfund von Brighton nach Schottland zu befördern, mit einer "schwierigen Arbeit".
Die Parlamentarier gingen noch weiter und warfen ihm vor, gelogen zu haben; sie drohten, ihn künftig unter Eid zu stellen. Křetínský verteidigte die strengen Auflagen, denen Royal Mail im Vergleich zu anderen europäischen Anbietern unterliege. Zwar wurden operative Änderungen und Investitionen vorgenommen, doch eine vollständige Erholung der Leistung steht noch aus.
Die Zustellprobleme bei Royal Mail bestehen fort: 220 Millionen verspätete Briefe im letzten Jahr und anhaltender Druck seitens der Regulierungsbehörden. Křetínský beharrt darauf, dass die Schwierigkeiten des Unternehmens systemischer Natur seien und nicht allein finanziell bedingt. Der Streit mit den Abgeordneten deutet auf weitere Prüfungen hin, während der Dienst daran arbeitet, seine Ziele zu erreichen.






