Wie Volkswagen eine der größten Lieferketten der Welt steuert – mit 180 Millionen Bauteilen täglich
Admin UserWie Volkswagen eine der größten Lieferketten der Welt steuert – mit 180 Millionen Bauteilen täglich
Die Volkswagen Group steuert heute eine der komplexesten Lieferketten der Welt. Täglich werden 180 Millionen Bauteile und 40.000 fertige Fahrzeuge bewegt – dazu kommen immense Frachtmengen auf Straße, Schiene und See. Hinter diesem gigantischen Logistikbetrieb steht die Konzernlogistik, die zentrale Logistikabteilung des Konzerns, die unter der Führung von Thomas Zernechel seit 2004 rasant gewachsen ist.
Vor zwei Jahrzehnten umfasste die Volkswagen Group noch fünf Marken und rund 100 Modelle. Heute führt das Unternehmen zwölf Marken – von Premiumherstellern bis zu Nutzfahrzeugproduzenten – und stellt über 300 verschiedene Modelle her. Auch die globale Präsenz hat sich deutlich ausgeweitet: Mit 120 Werken in mehr als 30 Ländern. Trotz dieses Wachstums sind seit 2010 keine neuen Produktionsstandorte für Fahrzeuge hinzugekommen; die Fertigung bleibt vor allem auf Mexiko, Südafrika, China und Brasilien konzentriert.
Die Dimensionen der Logistik sind atemberaubend: Jährlich organisiert die Gruppe Millionen von Lkw-Transporten, 100.000 Komplettzüge, 250.000 TEU an Seefracht und 2,3 Millionen Fahrzeuge, die mit RoRo-Schiffen verschifft werden. Die Konzernlogistik koordiniert diese Ströme und arbeitet eng mit dem Einkauf zusammen, um neue Technologien einzuführen und gemeinsame Ressourcen entlang der Lieferkette zu optimieren.
Eine aktuelle Neuerung ist Discovery, ein cloudbasiertes Webmodul, das derzeit bei 5.000 Zulieferern in Europa eingeführt wird. Das System automatisiert und standardisiert Transportmeldungen, reduziert Verzögerungen und steigert die Effizienz. Zudem hat die Abteilung das Liefernetzwerk umstrukturiert: Drei konzernweite Umschlagzentren in Europa wurden eingerichtet, und es entstanden gemeinsame Verteilzentren für fertige Fahrzeuge.
Zernechel betont das Kapazitätsmanagement als eine der größten Herausforderungen. Da sich die Märkte verschieben – die Region Asien-Pazifik überholte Europa 2016 als größten Absatzmarkt –, liefert der Konzern heute mehr Fahrzeuge außerhalb Europas aus als innerhalb. Diese globale Verteilung erfordert eine engere Abstimmung, wobei die Logistik eine zentrale Rolle spielt, um Produktion und Auslieferungen im Takt zu halten.
Die Logistik der Volkswagen Group hat sich parallel zum Unternehmen gewandelt. Mit einem riesigen Netz aus Zulieferern, Werken und Transportrouten passt sich die Konzernlogistik kontinuierlich an – durch Technologie und strategische Umstrukturierungen. Im Fokus steht nach wie vor, die wachsende Komplexität zu beherrschen und gleichzeitig die Effizienz in einer sich ständig erweiternden Lieferkette zu sichern.






