Deutschlands Fernmeldetürme zwischen Verfall und Hoffnung auf Rettung

Deutschlands Fernmeldetürme zwischen Verfall und Hoffnung auf Rettung
Deutschlands ikonische Fernmeldetürme – einst belebt mit Restaurants und Aussichtsplattformen – stehen vor einer ungewissen Zukunft. Viele der Bauwerke sind seit Jahrzehnten leer, da technologischer Wandel und steigende Kosten sie an den Rand der endgültigen Schließung drängen. Einige Städte jedoch kämpfen weiterhin um ihre Wiederbelebung.
In den späten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts waren Türme wie Frankfurts 338 Meter hoher „Ginnheimer Spargel“ große Attraktionen. Sein Drehrestaurant und die „Sky Tower“-Diskothek lockten bis zu ihrer Schließung 1999 Scharen von Besuchern an. Doch als die Signalübertragung von den Türmen auf Glasfaserkabel und Satelliten umstellte, versiegten die Einnahmen – und Besitzer wie die DFMG, eine Tochter der Deutschen Telekom, blieben mit leeren Betonkolossen zurück.
Die Bemühungen, den „Ginnheimer Spargel“ neu zu beleben, sind ins Stocken geraten. Ein 50-Millionen-Euro-Sanierungsplan sah vor, dass sich Bund, Land Hessen und die Stadt Frankfurt die Kosten teilen. Doch die Zusage des Bundes lief Ende 2025 aus, ohne dass eine Einigung zustande kam. Die DFMG setzt nun auf neue Finanzierungsgespräche im kommenden Jahr und schlägt vor, die Aussichtsplattform zur höchsten Dachterrasse Deutschlands umzugestalten. Andere Städte stehen vor ähnlichen Problemen: Der Mannheimer Turm wird am 31. Dezember 2025 endgültig schließen, nachdem er moderne Sicherheitsstandards nicht erfüllen konnte. Unterdessen sollen die Türme in Hamburg und Dresden bald wiedereröffnen – dank staatlicher Förderung, die die Hälfte der Kosten übernimmt. Dieser Erfolg gibt Anlass zur Hoffnung für die seit Langem geschlossenen Türme in Köln und Nürnberg.
Strengere Sicherheitsvorschriften und hohe Instandhaltungskosten machen den Betrieb dieser Bauwerke jedoch zu einer finanziellen Belastung. Ohne neue Mittel oder Vereinbarungen könnten weitere Türme das Schicksal Mannheims teilen.
Die Zukunft der deutschen Fernmeldetürme hängt nun von Finanzierung und Zusammenarbeit ab. Einige, wie die in Hamburg und Dresden, stehen kurz vor der Wiedereröffnung – gestützt durch öffentliche Gelder. Andere, darunter Frankfurts „Ginnheimer Spargel“, bleiben gefährdet, sofern keine neuen Lösungen gefunden werden. Ohne Eingreifen werden viele für immer geschlossen bleiben – oder ganz verschwinden.

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