Thüringen setzt auf Südamerika: Neue Chancen durch das Mercosur-Abkommen

Admin User
2 Min.
Eine Stadtansicht mit Gebäuden, Brücken, Wasser und verschiedenen architektonischen Strukturen unter einem bewölkten Himmel, mit Bäumen, Gras, Straßen, Fahrzeugen, Menschen, Booten und anderen Gegenständen sichtbar.

Minister: Mercosur Deal Gut für Thüringen - Thüringen setzt auf Südamerika: Neue Chancen durch das Mercosur-Abkommen

Thüringen bereitet Stärkung der Handelsbeziehungen mit Südamerika vor

Ende 2026 wird eine Delegation unter Leitung von Wirtschaftsministerin Colette Boos-John in die Mercosur-Region reisen. Ziel der Reise ist es, neue wirtschaftliche Chancen auszuloten – angestoßen durch das bahnbrechende Handelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Bündnis.

Das Mercosur-Abkommen, das die EU mit den südamerikanischen Staaten geschlossen hat, schafft die größte Freihandelszone der Welt. Es umfasst über 700 Millionen Menschen und senkt die Zölle auf Waren zwischen beiden Regionen. Gleichzeitig enthält es Schutzklauseln, die europäische Landwirte vor Preiseinbrüchen durch erhöhte Konkurrenz absichern sollen.

Die Thüringer Landesregierung sieht in dem Pakt eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von China und den USA zu verringern. Durch die Erschließung neuer Handelswege hofft das Land, seine wirtschaftlichen Partnerschaften breiter aufzustellen. Allerdings stößt das Abkommen in Deutschland auf Widerstand – vor allem bei Landwirten, die billige Importe von Fleisch, Käse, Zucker und Ethanol fürchten. Um diese Bedenken zu entschärfen, wurden strenge Obergrenzen für die Importmengen festgelegt.

Die anstehende Delegationsreise unterstreicht Thüringens Bestrebungen, den Fokus stärker auf Südamerika zu richten. Boos-John ist überzeugt, dass das Abkommen dem Land wirtschaftliche Vorteile bringen wird, insbesondere für Exporteure bestimmter Agrarprodukte. Während des Besuchs soll geprüft werden, wie heimische Unternehmen vom erweiterten Markt profitieren können.

Die Erkenntnisse der Delegation werden die künftige Handelstrategie Thüringens in der Region prägen. Bei Erfolg könnte die Reise zu neuen Partnerschaften und gesteigerten Exporten im Rahmen des Mercosur-Abkommens führen. Das Land strebt dabei eine Balance zwischen wirtschaftlichem Wachstum und dem Schutz der heimischen Landwirtschaft an.