Gil Ofarim scheitert im Dschungelcamp – und hinterlässt mehr Fragen als Antworten
Gil Ofarim entschuldigt sich stillschweigend bei der Dschungelcamp-Wiedervereinigungsshow - Gil Ofarim scheitert im Dschungelcamp – und hinterlässt mehr Fragen als Antworten
Gil Ofarim hat Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! verlassen, nachdem er bei der internen Camp-Wertung den letzten Platz belegt hatte. Sein Aus scheiterte knapp an Hubert Fellers erneuter Wahl zum Dschungelkönig. Die Zeit des Sängers in der Show stand im Schatten vergangener Kontroversen und peinlicher Auseinandersetzungen.
Ofarims Auftritt wirkte weniger auf den Sieg als vielmehr auf eine Imagekorrektur ausgerichtet. Seine Körpersprache ließ oft den Wunsch erkennen, frühzeitig auszusteigen, während seine Entschuldigungen für frühere Verhaltensweisen vage und repetitiv blieben.
Die Kontroverse um Ofarim reicht bis Oktober 2021 zurück. Damals veröffentlichte er ein Instagram-Video, in dem er einer Mitarbeiterin des Westin Hotels Leipzig Antisemitismus vorwarf. Er behauptete, sie habe ihn aufgefordert, seinen "Stern wegzupacken" – in Anspielung auf seine Halskette mit dem Davidstern. Die Anschuldigung löste Proteste aus, führte zur Suspendierung der Mitarbeiterin und zu polizeilichen Ermittlungen.
Später zeigten Überwachungsaufnahmen des Hotels, dass an seiner Kette kein sichtbarer Davidstern zu erkennen war. Die Leipziger Staatsanwaltschaft erhob im März 2022 Anklage gegen Ofarim wegen falscher Anschuldigung und übler Nachrede. 2023 gestand er vor Gericht seine Schuld und zahlte eine Vergleichssumme von 10.000 Franken.
In der Show sah sich Ofarim wiederholt der Kritik seines Mitkandidaten Ariel ausgesetzt. Doch die Konflikte könnten seinem Bekanntheitsgrad unfreiwillig Auftrieb gegeben haben. Auf Nachfrage zu seinen früheren Aussagen schob er Müdigkeit und Hunger als Grund für seine "unglücklichen" Formulierungen vor. Seine Entschuldigungen – sowohl im Dschungel als auch in einem späteren RTL-Interview – blieben in derselben Diktion stecken und boten kaum neue Erkenntnisse.
Jan Köppen, Moderator der Sendung, räumte ein, dass er und das Redaktionsteam es versäumt hätten, Ofarims fragwürdige Äußerungen während der Live-Sendungen kritisch zu hinterfragen. Währenddessen stand Fellers emotionale Reaktion auf seinen Sieg im Kontrast zu Ofarims unauffälligem Abschied, der einem halbherzigen Bedauern über seine "unglückliche Wortwahl" im Aftershow folgte.
Ofarims Zeit im Dschungel konnte die anhaltenden Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit kaum ausräumen. Sein Aus hinterlässt offene Fragen zu seinen Motiven und zum Umgang der Show mit seiner umstrittenen Vergangenheit. Feller, nun als Dschungelkönig gekrönt, rückt indes ins Rampenlicht, während die Staffel ihrem Ende entgegengeht.
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