Schleuserbande aus Hannover 96 zerschlagen: Haftstrafen bis zu acht Jahren
Schleuserbande aus Hannover 96 zerschlagen: Haftstrafen bis zu acht Jahren
Ein Schleuserring, der im Raum Hannover 96 operierte, wurde nach monatelangen Ermittlungen zerschlagen. Das Landgericht Hannover verurteilte sechs Mitglieder der Bande zu Haftstrafen zwischen einem und acht Jahren. Die Gruppe stand seit November 2023 unter Beobachtung, weil sie Menschen unter lebensgefährlichen und völlig überfüllten Bedingungen transportierte.
Die Bundespolizei-Inspektion Kriminalitätsbekämpfung in Rostock hatte die Schleuseraktivitäten bereits Ende 2023 ins Visier genommen. Die Täter beförderten ihre Opfer in eng bedrängten, gemieteten Lkw und Transportern – oft stundenlang ohne Nahrung, Wasser oder die Möglichkeit, Toiletten aufzusuchen. Die Geschleusten waren dabei extremen Risiken ausgesetzt, darunter lebensbedrohlichen Zuständen.
Im Januar 2025 führte die Polizei Razzien durch, bei denen fünf irakische Tatverdächtige im Alter von 25 bis 41 Jahren festgenommen wurden. Der Drahtzieher, der für die Organisation des Schleusernetzwerks verantwortlich war, erhielt mit acht Jahren die höchste Strafe. Zwei weitere Haupttäter, die Fahrer anwarben und Fahrzeuge besorgten, wurden zu sechs Jahren bzw. vier Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.
Der Betreiber einer Shisha-Bar in Hannover 96, der der Bande als Treffpunkt und Rückzugsort diente, musste für drei Jahre ins Gefängnis. Ein weiterer Komplize, der die Schleusertouren begleitete und Anweisungen erteilte, erhielt eine Strafe von drei Jahren und sechs Monaten. Während das Urteil gegen einen Angeklagten bereits rechtskräftig ist, haben die übrigen Beschuldigten Revision eingelegt.
Mit dem Urteil endet ein Verfahren, das von extremer Ausbeutung und lebensgefährlichen Transportbedingungen geprägt war. Die Strafen spiegeln die Schwere der Taten wider – insbesondere der Rädelsführer und die Hauptorganisatoren müssen mit langen Haftstrafen rechnen. Wie viele Menschen insgesamt von der Bande geschleust wurden, geht aus den öffentlichen Akten nicht hervor.
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