VW erwägt Rüstungsproduktion im Werk Osnabrück – Betriebsrat signalisiert Zustimmung
VW erwägt Rüstungsproduktion im Werk Osnabrück – Betriebsrat signalisiert Zustimmung
VW-Betriebsratschefin Cavallo zeigt Offenheit für Rüstungsaufträge im Werk VFL Osnabrück
Daniela Cavallo, die Vorsitzende des Betriebsrats von Volkswagen, hat sich bereit gezeigt, Rüstungsprojekte im Werk VFL Osnabrück des Automobilkonzerns zu prüfen. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der das Unternehmen mit Stellenabbau und Umstellungen in der Produktion konfrontiert ist. Cavallo betont, Europa müsse seine Abhängigkeit von externen Rüstungslieferanten verringern.
Das Osnabrücker Werk, das derzeit noch Porsche-Modelle bis 2025 und den VW T-Roc Cabrio bis Mitte 2027 fertigt, könnte künftig auf die Produktion von Militärfahrzeugen umstellen. Bereits wurden Prototypen auf Basis von VW-Plattformen präsentiert, allerdings stehen noch keine endgültigen Entscheidungen an. Als möglicher Partner für diese Umstellung wird Rheinmetall genannt.
Bei den VW-Tochterunternehmen Scania und MAN läuft die Rüstungsproduktion bereits seit Jahren auf Hochtouren. MAN lieferte bis 2024 rund 400 geschützte Fahrzeuge an die Bundeswehr – im Rahmen eines 270-Millionen-Euro-Auftrags. Scania sicherte sich 2023 ebenfalls Verträge über mehr als 400 Lkw für die Bundeswehr und profitiert damit von der wachsenden Nachfrage staatlicher Kunden.
Der Vorschlag kommt in einer Phase größerer Herausforderungen für Volkswagen. Ein Sparprogramm für 2024 sieht vor, bis 2030 rund 35.000 Stellen in Deutschland abzubauen – allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen oder Werksschließungen. Cavallo lehnt weitere Austeritätsmaßnahmen, die die Belegschaft belasten würden, entschieden ab. Auch Werksschließungen, einschließlich des Standorts VFL Osnabrück, schloss sie kategorisch aus.
Der Druck auf die Automobilbranche hat sich durch geopolitische Spannungen und Handelskonflikte verschärft, etwa durch neue US-Zölle. Cavallo argumentiert, dass eine Diversifizierung in den Rüstungsbereich helfen könnte, die Produktion und Arbeitsplätze am niedersächsischen Standort zu stabilisieren.
Die mögliche Ausrichtung auf Rüstungsgüter in VFL Osnabrück passt in die europäischen Bemühungen um eine verstärkte Aufrüstung. Über die Traton-Gruppe ist Volkswagen bereits in der Branche aktiv – ein Zeichen für eine wachsende Rolle des Konzerns in diesem Sektor. Nun gilt es für das Unternehmen, die Sparvorgaben mit Cavallos Forderung nach Arbeitsplatzsicherung und der Erschließung neuer Einnahmequellen in Einklang zu bringen.
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