Polizeirazzia bei Fotojournalist Montero: Arbeitsmittel beschlagnahmt – Pressefreiheit in Gefahr
Polizeirazzia bei Fotojournalist Montero: Arbeitsmittel beschlagnahmt – Pressefreiheit in Gefahr
Fotojournalist Leon Enrique Montero erlebte in den frühen Morgenstunden des 26. Februar 2026 eine Polizeirazzia in seiner Hannoveraner Wohnung. Zwölf vermummte Beamte durchsuchten drei Stunden lang seine Wohnung und beschlagnahmten Computer, Handys und Speicherkarten – Arbeitsmittel, die für seine Tätigkeit unverzichtbar sind. Seitdem leidet Montero eigenen Angaben zufolge unter Panikattacken und schweren Angstzuständen.
Auslöser für die Razzia war ein Vorfall bei der Demonstration "Gerechtigkeit für Lorenz" in Oldenburg am 8. November 2022. Die Staatsanwaltschaft wirft Montero und einer weiteren Person vor, zwei Zuschauer angegriffen zu haben: Claudia H. und Oliver B., die beide der neonazistischen Gruppe "Der Störtrupp" zugerechnet werden. Das Duo hatte rechtsextremes Material im Internet verbreitet, doch Montero beteuert, er sei lediglich vor Ort gewesen, um die Proteste zu dokumentieren.
Linke Medien wie die taz kritisierten den Einsatz als Angriff auf die Pressefreiheit und hinterfragten, warum bewaffnete Polizisten eingesetzt wurden. Konservative Portale wie nius.de berichteten dagegen sachlicher über die Vorwürfe der gefährlichen Körperverletzung. Unterdessen solidarisierten sich antifaschistische Gruppen und Nutzer in sozialen Medien mit Montero und deuteten die Razzia als staatliche Repression – besonders vor dem Hintergrund des Mordes an Lorenz A.
Nach der Durchsuchung wurde Montero zur Polizeidienststelle gebracht, wo man seine Fingerabdrücke nahm und Fotos von ihm anfertigte. Die Beschlagnahmung seiner Ausrüstung hat ihn arbeitsunfähig gemacht und die beruflichen wie persönlichen Folgen des Verfahrens verschärft.
Montero bleibt weiterhin Beschuldigter, bestreitet jedoch jede Schuld. Der Verlust seiner Ausrüstung hat seine Karriere als Fotojournalist vorerst beendet, während die Umstände der Razzia weiterhin kontrovers diskutiert werden. Ob es zu einer Anklage kommt, werden die weiteren Ermittlungen zeigen. Doch der Fall hat bereits tiefe Gräben aufgeworfen – zwischen Pressefreiheit und Polizeigewalt.
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